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Mittwoch, 6. Januar 2010

Klimaschutzsuchmaschinen

Liebe Freunde,

man stößt ja des Öfteren über Hinweise darüber, wie viel CO2 oder Energie eine Google-Suchanfrage verschlingt. Vor einiger Zeit gab es die Theorie, dass eine Google-Suche so viel Energie kostet, wie Wasser für eine Tasse Tee zum Kochen zu bringen. Etwas wildere Zahlen besagen sogar, dass eine einzige Suchanfrage soviel Energie verbraucht, wie eine Sechzig-Watt-Glühbirne pro Stunde. Diese Zahlen sind inzwischen wohl widerlegt, jedoch auch anerkannte Wissenschaftler berechnen den Energieverbrauch einer Suchanfrage auf vier Watt pro Stunde. Das sind umgerechnet 2 Gramm CO2 Ausstoß. Dies wiederum entspricht ungefähr dem Verbrauch einer Energiesparlampe pro Stunde.
Wieviel es auch immer ist, jede Suchanfrage bei Google, Yahoo, Bing oder wie sie nicht alle heißen kostet einiges an Energie:
Der eigene Computer verbraucht natürlich Strom. Der Server der Suchmaschine verbraucht Strom, während er berechnet was er anzeigen muss. Zusätzlich verbraucht die Netzwerkinfrastruktur der jeweiligen Suchmaschine Strom und zusätzlich die Server, auf denen all die Informationen, die von der Suchmaschine abgefragt werden, gespeichert sind. Alles in allem kann man also sicher sagen: Im Internet surfen verbraucht Energie und das nicht zu knapp.

Heute durfte ich herausfinden, dass es durchaus sinnvolle Lösungen gibt CO2 neutral zu surfen oder sogar Projekte zur Aufforstung des Regenwalds damit zu fördern. Das mag auf den ersten Moment seltsam klingen, aber es ist tatsächlich so. Wie funktioniert da? Jede Suchmaschine verdient ihr Geld mit Werbung die an der Seite abhängig von der Suchanfrage eingeblendet wird. Das Konzept dahinter nennt sich „personalisierte Werbung“. Google ist Spezialist auf diesem Gebiet und verdient damit Milliarden. Die Einnahmen die mit Werbung auf einer Suchmaschine verdient werden, können allerdings auch anders eingesetzt werden als ausschließlich zur Gewinnmaximierung. Dies machen sich verschiedene Suchmaschinen mit relativ ähnlichen Konzepten zu Nutze und fördern mit dem Geld den Schutz der Natur oder den Energiewandel.
Der folgende Link liefert, etwa in der Mitte des Artikels, eine gute Übersicht über Suchmaschinen, die sich Umwelt- oder Klimaschutz zur Aufgabe gemacht haben:
Per Mausklick zum Klimaschutz?

In der Auswahl auf der Seite von „heute“ wird eine Auswahl von 9 Suchmaschinen kurz beschrieben. Ich habe sie mir angeguckt und meine Favoriten gewählt.

Zunächst ist „Treehoo“ zu nennen. Das interessante an Treehoo ist, dass die Seite ihren eigenen Suchalgorithmus verwendet. Sie ist somit in keiner Weise abhängig von Google, Yahoo oder Bing. 50% der Einnahmen fließen in die Aufforstung von Wäldern. Der Nachteil, der zumindest mir als langjähriger Google-Nutzer aufgefallen ist. Die Suchergebnisse sind zumeist nicht so hilfreich, wie ich das sonst gewohnt war. Außerdem muss man sich an ein neues Erscheinungsbild der Ergebnisse gewöhnen.

Für Leute, die ähnlich wie ich, an den Google-Suchergebnissen hängen empfehle ich „Znout“. Die Seite kooperiert mit Google und zeigt die normalen Google-Suchergebnisse. In Summe werden bei jeder Suche mit Znout circa 10 Wattstunden oder 5 Gramm CO2 zu einem Gesamt-CO2-Fußabrdruck hinzugerechnet. Am Ende jeden Monats wird die so ermittelte CO2 Menge zusammengezählt und ein Äquivalent an Zertifikaten für erneuerbare Energien gekauft. So wird nachträglich der CO2-Ausstoß durch die Förderung von Erneuerbaren Energien gefördert.

Ebenfalls zu empfehlen ist „Ecosia“. Ecosia kooperiert mit Yahoo und Bing. Sowohl die Suchergebnisse als auch die Werbung kommen von diesen beiden Suchmaschinen. 80% der Einnahmen von Ecosia werden an den WWF übergeben, der damit Projekte zum Schutz des Regenwalds. Wer also sowieso Yahoo oder Bing nutzt ist auch wirklich gut mit dieser Suchmaschine beraten.

Um alle Suchmaschinen genauso praktisch zu nutzen wie Google, Yahoo oder Bing können sie auch in den Browser integriert werden, sodass das Suchfeld rechts oben direkt die jeweilige neue Suchmaschine nutzt. In folgendem Video wird Ecosia und das Konzept dahinter näher erklärt, aber auch wie man es als Standardsuchmaschine in den Internetbrowser integriert werden kann. So oder so ähnlich funktioniert das auch mit den anderen oben beschriebenen Suchmaschinen.



So dann bleibt nurnoch zu sagen. Viel Spaß beim Surfen. Probiert es doch einfach mal aus....

Dienstag, 5. Januar 2010

Echter Ökostrom

Liebe Freunde,

jetzt haben wirs geschafft. Das neue Jahr hat begonnen. 2010 klingt genauso komisch, wie 2009 nach dem letzten Jahreswechsel klang und 2008 nach dem davor. Irgendwie ist es immer ein seltsames Gefühl wenn man plötzlich ein anderes Datum oben rechts auf den Brief schreiben muss. Außerdem wird immer an Silvester offensichtlich wie schnell die Zeit vergeht. Viel zu schnell. Das sagt mir nicht nur mein Rücken, der trotz meiner blutjungen Mitzwanziger immer öfter Zicken macht. Das merkt man auch an anderen Dingen. Zum Beispiel wäre ein Außenminister Westerwelle noch vor einem Jahrzehnt undenkbar gewesen. Schwuppps: Zeit vergeht und schon.... Tatatataaaa! Da ist er und er fühlt sich unglaublich wohl und grinst als gäbe es kein Morgen mehr. Außerdem gibt es jetzt Wachstumsbeschleunigungsgesetze oder Regelungen, die bewirken, dass fahrtüchtige Autos auf Kosten unserer und der zukünftigen Generation verschrottet werden oder Herr Rüttgers entwickelt Ideen (zusammen mit der „Klimakanzlerin“), die es ermöglichen trotz Klimawandel, abschmelzenden Polkappen, Bodenversauerung und Meeresspiegelanstieg neue Kohlekraftwerke zu bauen.... die Liste ist lang.
2010 ist, zumindest klanglich, wesentlich näher an 2015 (globale Emissionen müssen ihren Höhepunkt erreichen) oder 2020 als es 2009 war. Die Zeit wird knapper und wir müssen selbst in die Hand nehmen, dass es noch ein paar Neujahrswünsche in unserem Leben gibt, die man mit angenehmen Erinnerungen verbindet. Ein Beispiel um das zu tun ist den Atomausstieg selbst in die Hand zu nehmen und zu einem Ökostromanbieter zu wechseln.
Bereits nach meinem ersten Post auf Klimaxikon ist eine Diskussion darüber entstanden, welches der richtige Anbieter ist und welche Projekte förderungswürdig sind und welche nicht.

Ich habe gestern als ich ausgehungert in Berlin angekommen bin als erstes einen sehr leckeren vegetarischen, dänischen Hot Dog im Hot-Dog-Laden meines Vertrauens um die Ecke gegessen und da eine Auslage gesehen die meine Aufmerksamkeit erregt hat: „Echter Ökostrom: Volksentscheid – zukunftsfähige Energie oder Kohle, Öl & Atom?“.
Zunächst dachte ich natürlich es geht wirklich um einen Volksentscheid, bis mir klar wurde, dass es darum geht, dass jeder Mensch sowieso selbst entscheiden kann welcher Stromanbieter ihn mit Strom versorgt. Also so gesehen der Inbegriff eines Volksentscheides, wenn man seine Chance beim Schopfe packt.

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In den obigen Bildern (aus der Broschüre aus dem Hot-Dog-Laden) ist für die vier deutschen Ökostromanbieter aufgeschlüsselt woher sie ihren Strom beziehen. Insbesondere ist hiebei darauf zu achten, dass 2 von ihnen nämlich Naturstrom und Elektrizitätswerke Schönau Neuanlagen fördern, was Greenpeace Energy und Lichtblick nicht tun. Außerdem ist wichtig zu erwähnen, dass Naturstrom der einzige Anbieter ist, der nicht auf die Umlage durch das Erneuerbare Energien Gesetz zurückgreifen muss. Dies ist so, weil über 50% des Stroms von Naturstrom aus kleinen & mittleren Kraftwerken in Deutschland kommt. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Kosten pro Kilowattstunde bei Naturstrom niedriger ist als bei allen anderen Anbietern (19,90cent). Obwohl hier bereits 1,25cent Neuanlagen Förderung enthalten sind.
Ein weiterer Vorteil von Naturstrom ist, dass tatsächlich ausschließlich erneuerbare Energien in den Mix kommen. Bei EWS wird Erdgas mit Kraftwärmekopplung und bei Greenpeace Energy Biomasse genutzt. Beides ist nicht hundertprozentig das Gelbe vom Ei.
Insgesamt bleibt zu sagen, dass Naturstrom am empfehlenswertesten ist, EWS und Greenpeace Energy sind ebenfalls zu empfehlen wohingegen Lichtblick der Ökostromanbieter mit am wenigsten Ökostrom im Energiemix ist.

Für mehr Informationen zu allen Anbietern einfach auf das Bild klicken:

Echter Ökostrom

Außerdem hier der direkte Link zu den Vertragsformularen der Anbieter:
Stromanbieter jetzt Wechseln