Liebe Freunde,
zunächst einmal: es tut mir leid, aber der ausführliche Blogpost muss weiter auf sich warten lassen. Dieses Wochenende habe ich es leider nicht geschafft, aber bevor ich nach Kopenhagen fahre wird es den versprochenen „Was ist von Kopenhagen zu erwarten und worum geht’s überhaupt im Detail“-Post geben.
Morgen beginnen die Klimaverhandlungen und gestern hat sich eine Hiobsbotschaft verbreitet, die ich gerne an euch weitergeben will.
In dem Post Obama: Fototermin Kopenhagen? habe ich kritisiert, dass Obama diesen Mittwoch in Kopenhagen erscheinen wollte und nicht mit den anderen (mehr als 100) Staats- und Regierungschefs in den letzten beiden Tagen der Verhandlungen. Dieses Auftreten wurde von vielen verschiedenen Seiten als ein schlechtes Signal für ein ambitionierten Auftreten der Amerikaner wahrgenommen. Offensichtlich hat Obama Klimaxikon gelesen und ein schlechtes Gewissen bekommen oder der es hat ihn schlicht ein plötzlicher Geistesblitz getroffen, der ihn zu seiner gestrigen Entscheidung bewegt hat:
Obama wird am letzten Verhandlungstag (18.12.09) in Kopenhagen sein. Diese Entscheidung erhöht die Chancen für einen möglichst positiven Ausgang der Verhandlungen.
Damit bildet sich, zusammen mit den erstmalig bekanntgegebenen, spezifischen Minderungszielen Indiens (24% Reduktion im Vergleich zu 2005 bis 2020) und Chinas (40-45% Reduktion im Vergleich zu 2005 bis 2020), langsam ein Bild des internationalen Willens zur Einigung.
Allerdings bleibt das Problem erhalten, dass viele der Minderungsziele nach wie vor nicht ausreichend für die Ziele sind, die wir erreichen müssen. Das Hauptziel muss bleiben die Erderwärmung auf maximal 2°C zu beschränken. Dies ist der einzige Weg die katastrophalen Folgen des Klimawandel in Grenzen zu halten die wir als Weltgemeinschaft noch abfangen können.
Hierzu habe ich noch ein kleines, interessantes tool gefunden. Es nennt sich Climate Interactive Scoreboard. Auf Basis von Klimasimulationen und der Annahme, dass die angekündigten Minderungsziele eingehalten werden wird auf einer Thermometerscala angezeigt wie viel Grad Erwärmung zu erwarten sind. Leider ist das ganze auf Englisch. Jedoch sollte das tool selbsterklärend sein: die grüne Linie stellt die maximal verkraftbare Erwärmung dar, die gelbe Kurve zeigt an wo wir landen würden wenn wir einfach weitermachen wie bisher und die blaue Kurve zeigt die wahrscheinliche Erwärmung auf Basis der Minderungsziele an. Während der Verhandlungen wird sich die Scala also immer wieder aktualisieren.
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Sonntag, 6. Dezember 2009
Mittwoch, 25. November 2009
Obama: Fototermin Kopenhagen?
Liebe Freunde,
Wie bereits kurz in einem der Kommentare im Post "COP15" erwähnt, wird die Positionierung der USA in Kopenhagen von entscheidender Bedeutung sein. Zu einem der Hauptpunkte, nämlich den Zielen der USA zur Reduktion von Treibhausgasemissionen, hat sich der amrikanische Präsident Barack Obama heute geäußert:
Die USA wollen ihre Emissionen bis 2020 um 17% im Vergleich zum Level von 2005 reduzieren. In weiteren Schritten soll eine Reduktion um 30% bis 2025 und um 42% bis 2030 erreicht werden.
Diese Reduktionsziele will Obama persönlich am 9. Dezember in Kopenhagen ankündigen.
Wie sind diese Ankündigungen nun zu bewerten?
Eine Reduktion um 17% verglichen mit dem Level von 2005 kommt ungefähr einer Reduktion um 4% verglichen mit dem Level von 1990 gleich. Bereits das Kyoto-Protokoll (das nicht von den USA ratifiziert wurde) sieht eine durchschnittliche Reduktion der Treibhausgasemissionen der Industrieländer um 5,2% gegenüber dem Stand von 1990 vor. Dies sollte in der Periode zwischen 2008-2012 erreicht sein. D.h. die USA bleiben mit ihrer Ankündigung, die sie bis 2020 erfüllen wollen unter den Zielen der anderen Industrienationen bis 2012 zurück. Zum Vergleich: die EU hat eine Reduktion bis 2020 um 20% gegenüber dem Stand von 1990 angekündigt und denkt momentan über eine bedingslose Erhöhung dieser Ankündigung auf 30% nach. Die USA unterbieten die Werte der EU um 16-26%. Zusätzlich erscheinen die weiteren angekündigten Schritte der USA bis 2030 eher unrealistisch.
Obama plant dies alles am dritten Tag der Verhandlungen (09.12.09) anzukündigen. Zu diesem Zeitpunkt dreht sich noch alles um technische Details des Abkommens. Mindestens 65 anderen Regierungschefs erscheinen erst innerhalb der letzten beiden Tage des Gipfels, in denen die Entscheidungen getroffen, die im Endeffekt eine Rolle spielen.
Kyle Ash, der Klimaberater von Greenpeace USA, lässt sich zu der Bemerkung hinreißen: "Der Klimagipfel in Kopenhagen ist nicht nur ein Fototermin"
Um nicht alles schwarz zu malen etwas positives gegen Ende. Jeder Schritt in Richtung eines Abkommens an dem die USA beteiligt sind ist mehr als bisher von amerikanischer Seite beigetragen wurde. Leider weiß das auch Obama. In den letzten Tagen sprach er immer wieder von dem Abschluss eines "guten funktionsfähigen Abkommens". Bleibt zu hoffen, dass es hierbei nicht nur um Funktionsfähigkeit der amerikanischen Regierung geht.
Wie bereits kurz in einem der Kommentare im Post "COP15" erwähnt, wird die Positionierung der USA in Kopenhagen von entscheidender Bedeutung sein. Zu einem der Hauptpunkte, nämlich den Zielen der USA zur Reduktion von Treibhausgasemissionen, hat sich der amrikanische Präsident Barack Obama heute geäußert:
Die USA wollen ihre Emissionen bis 2020 um 17% im Vergleich zum Level von 2005 reduzieren. In weiteren Schritten soll eine Reduktion um 30% bis 2025 und um 42% bis 2030 erreicht werden.
Diese Reduktionsziele will Obama persönlich am 9. Dezember in Kopenhagen ankündigen.
Wie sind diese Ankündigungen nun zu bewerten?
Eine Reduktion um 17% verglichen mit dem Level von 2005 kommt ungefähr einer Reduktion um 4% verglichen mit dem Level von 1990 gleich. Bereits das Kyoto-Protokoll (das nicht von den USA ratifiziert wurde) sieht eine durchschnittliche Reduktion der Treibhausgasemissionen der Industrieländer um 5,2% gegenüber dem Stand von 1990 vor. Dies sollte in der Periode zwischen 2008-2012 erreicht sein. D.h. die USA bleiben mit ihrer Ankündigung, die sie bis 2020 erfüllen wollen unter den Zielen der anderen Industrienationen bis 2012 zurück. Zum Vergleich: die EU hat eine Reduktion bis 2020 um 20% gegenüber dem Stand von 1990 angekündigt und denkt momentan über eine bedingslose Erhöhung dieser Ankündigung auf 30% nach. Die USA unterbieten die Werte der EU um 16-26%. Zusätzlich erscheinen die weiteren angekündigten Schritte der USA bis 2030 eher unrealistisch.
Obama plant dies alles am dritten Tag der Verhandlungen (09.12.09) anzukündigen. Zu diesem Zeitpunkt dreht sich noch alles um technische Details des Abkommens. Mindestens 65 anderen Regierungschefs erscheinen erst innerhalb der letzten beiden Tage des Gipfels, in denen die Entscheidungen getroffen, die im Endeffekt eine Rolle spielen.
Kyle Ash, der Klimaberater von Greenpeace USA, lässt sich zu der Bemerkung hinreißen: "Der Klimagipfel in Kopenhagen ist nicht nur ein Fototermin"
Um nicht alles schwarz zu malen etwas positives gegen Ende. Jeder Schritt in Richtung eines Abkommens an dem die USA beteiligt sind ist mehr als bisher von amerikanischer Seite beigetragen wurde. Leider weiß das auch Obama. In den letzten Tagen sprach er immer wieder von dem Abschluss eines "guten funktionsfähigen Abkommens". Bleibt zu hoffen, dass es hierbei nicht nur um Funktionsfähigkeit der amerikanischen Regierung geht.
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