Donnerstag, 10. Dezember 2009

Fair, Ambitioniert, Bindend (FAB)

Liebe Freunde,

wie ihr vielleicht gesehen habt hat sich der Klimaxikon-Event Kalender in den letzten Tagen gefüllt. Alles was dort gelistet ist sind Aktionen, die in Kopenhagen interessant sein könnten. Morgen werden wir aufbrechen nach Kopenhagen und hoffentlich viele der gelisteten Events besuchen. Aber abgesehen von den vielen Veranstaltungen geht es natürlich hauptsächlich um das Ergebnis der Verhandlungen. Für ein gutes Ergebnis werden wir dort demonstrieren und versuchen uns so gut wir können einzusetzen.
Aber: Was wäre ein gutes Ergebnis? Was müsste berücksichtigt sein, damit Kopenhagen ein Erfolg wird?

Um diese Fragen zu beantworten möchte ich mich auf die Forderungen der NGOs (Nichtregierungsorganisationen) beziehen. Das Netzwerk der klimawandelspezifischen NGOs CAN fordert ein sogenanntes FAB Abkommen. FAB steht für Fair, Ambitioniert und Bindend.


Die essentiellen Ergebnisse die für FAB notwendig wären:

Ein Abkommen, das die Erderwärmung deutlich unter 2C hält.

Um dieses Ziel zu erreichen ist letztendlich eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen auf 350ppm CO2e notwendig. Dazu müssen die Emissionen zwischen 2013 und 2017 ihren Höhepunkt erreichen und sich danach rapide reduzieren, damit sie spätestens 2050 mindestens 80% unter dem Level von 1990 liegen. Dies muss in einem Rahmen passieren der die historische und aktuelle Verantwortung der Industrienationen berücksichtigt und eine nachhaltige Entwicklung für Entwicklungsländer gewährleistet.

Die Gruppe der Industrienationen muss sich gemeinsam auf eine Reduktion bis 2020, um mehr als 40% unter die Werte von 1990, festlegen.
Hierbei spielt eine wichtige Rolle, dass die Reduktionen der Länder auf Basis der geschichtlichen und aktuellen Verantwortung verteilt werden.

Entwicklungsländer müssen darin unterstützt werden, ihre industriellen Emissionen zu mindern.


Bis 2020 müssen Emissionen aus Waldabholzung und Waldzerstörung auf Null reduziert werden. Dies benötigt eine finanzielle Unterstützung der Industrienationen von ca. 25 Milliarden Euro jährlich.

Industrienationen müssen bis 2020 weitere 130 Milliarden Euro jährlich bereitstellen um die Anpassung der Entwicklungsländer an den Klimawandel zu finanzieren. Dieses Geld muss zusätzlich zu bereits bewilligter Entwicklungshilfe gezahlt werden.

Die Ergebnisse in Kopenhagen müssen rechtsverbindlich und durchsetzbar sein.

Bis die internationale Gemeinschaft sich auf ein System einigt, das auf bessere ökologische Ergebnisse, einen stärkeren Sanktions- oder anderen Einhaltungsmechanismus und weitreichende Unterstützung baut, sollte das Kyoto Protokoll mit einer zweiten Bindungsperiode fortgesetzt werden.
Ein ergänzendes Abkommen sollte amerikanische Festlegungen auf Emissionsreduktionen enthalten, die vergleichbar mit denen der anderen Industrienationen sind. Außerdem müssten finanzielle Verbindlichkeiten einbezogen werden. So auch Aktivitäten der Entwicklungsländer.


Natürlich ist ein solches Abkommen nicht alles was wir für eine gemeinsame Zukunft erreichen müssen. Allerdings wäre es das Beste was im Rahmen der offiziellen Verhandlungen in Kopenhagen möglich wäre.
Um auch die anderen Dinge die nötig sind (Energiewechsel und Energiesicherheit, Neudefinition der Idee von Wachstum und eine andere Städteplanung um einige Beispiele zu nennen) zu bedenken werden wir die vielen Events des Parallelgipfels „Klimaforum09“ besuchen. Unsere Hoffnung ist, dass wir jeden Tag wenigstens ein kleines Update über die Geschehnisse und das Erlebte in Kopenhagen veröffentlichen können. Also seid gespannt und bleibt am Ball...!

Join the call for a global climate deal at TckTckTck.org

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