Donnerstag, 21. Januar 2010

Soziale Banken

Liebe Freunde,

heute möchte ich mich weit aus dem Fenster lehnen und über Banken berichten.
Wir sind/waren alle entsetzt über die Finanzkrise. Zum Glück sind wir/unsere Regierung der Lage schnell Herr geworden. Zum Beispiel wurde die HypoRealEstate gerettet. Das hatte sie auch bitter nötig. Notleidende Banken brauchen unsere Unterstützung, deshalb haben wir uns die HRE auch ein nettes Sümmchen kosten lassen: mindestens 135 Mrd. Dollar (2008/2009). Im Vergleich dazu: die gesamte Entwicklungshilfe der 22 Geberländer betrug 2007 104 Mrd. Dollar. Unbeschreibliche Summen finanzieren unbeschreibliche Ungerechtigkeit. Die Strukturen, die vor dem großen Crash herrschten, sind jedoch bei Weitem nicht gebrochen. Die Banken spekulieren und verspekulieren fröhlich weiter.
Ein charismatischer 36 Jähriger Belgier hatte eine Idee. Wenn es keine Banken gibt, die transparent agieren und sich für sinnvolle Dinge einsetzen, dann gründe ich eben eine. Genau das hat er auch getan, die noa bank. Die noa bank versteht sich als soziale Bank, mit hohem ethischen und ökologischen Anspruch. Transparenz spielt bei der noa bank eine große Rolle. Der Sparer kann zwischen verschiedenen Themenfeldern wählen in denen sein Geld angelegt werden soll: Region, Planet, Leben und Kultur. Unter "Region" verbergen sich regionale Förderansätze in den einzelnen Bundesländern. Über "Planet" wird in erneuerbare Energien, biologische Landwirtschaft und ökologische Bauwirtschaft investiert, bei "Leben" in Krankenhäuser, Laboratorien, Altenheime oder Behinderten-Einrichtungen. Und wählt man "Kultur", so unterstützt man Künstler und Kultureinrichtungen.
Bei der noa bank sind Tagesgeld (2,2%), ein Festgeld (bis zu 3%) und ein kostenloses Girkonto an. Ich habe noch keinen Nachteil gefunden, außer dass über die Staatsgarantie von 50000 Sicherung je Kunden, keine zusätzlichen freiwilligen Sicherungen vorhanden sind. Für mich persönlich spielt das erstmal keine soo große Rolle, aber es soll Leute geben für die das wichtig ist.
Die noa bank ist natürlich nicht die einzige sogenannte „social bank“. Andere ethische und ökologische Anbieter sind die Ethikbank, die Umweltbank und die GLS Bank. Andere Konzepte, wie beispielsweise smava setzten auf direktes Geld leihen bzw verleihen zwischen Menschen. Insgesamt gibt es eine Fülle an Angeboten, um die Anlage seines Geldes besser zu kontrollieren und mit zu entscheiden wofür, das Geld, das man irgendwo ablegt eigentlich benutzt wird. Natürlich sollte man sich, bevor man voll und ganz seine Bank wechselt ausreichend informieren. Ich habe die noa bank herausgepickt, weil sie relativ neu ist und wie ich finde ein vielversprechendes Konzept hat. Aber bitte weist mich auf andere Anbieter oder Tücken über die ihr stolpert hin. Insgesamt ist der Ansatz bewusster Geld zu verleihen und sicher zu gehen, dass damit keine Umweltzerstörung, Hunger oder Kinderarbeit in einer virtuellen Geldwelt finanziert wird, ein sehr guter.
Hier noch das „Werbevideo“ zur noa bank:

Kommentare:

  1. "[Das Klimaxikon] versucht die komplexen Abläufe der Klimaverhandlungen und Themen die damit in Zusammenhang stehen zu benennen und zu erklären." So heißt es eingangs zum Inhalt des Blogs. Nun frage ich mich inwieweit "Werbung" für ein privatwirtschaftliches Geldinstitut (dessen eventuellen positiven Absichten abseits von Profitmaximierung jetzt mal dahin gestellt seien) inhaltlich mit dem Ziel des Blogs zu vereinbaren ist. Das ist nicht böse gemeint, sondern drückt nur meine Verwunderung aus...

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  2. Lieber Kommentator,

    erstmal freut es mich, dass du dich einbringst und mich kritisierst. Wie ich schon ein paar mal erwähnt habe hilft das mir/uns allen weiter.
    Du hast recht damit, dass sich Klimaxikon nicht "nur" mit den Klimaverhandlungen beschäftigt, sondern sich die Themen erweitert haben, auf einen, wenn man das so nennen möchte "whole system approach". Das mag inkonsequent erscheinen, war für mich persönlich aber eine logische Konsequenz aus dem was in den "ofiziellen" Verhandlungen abläuft.
    Wegen der "Werbung" für ein privatwirtschaftliches Geldinstitut. Es war nicht meine Intention Werbung zu machen. Vielmehr wollte ich das Thema aufbringen und zur Diskussion stellen. Ich dachte das hätte ich ausreichend in dem Text dargestellt. Ich persönlich hatte mich bis dato noch nicht mit dem Thema "faire" Banken auseinandergesetzt. Dieser Anspruch mag auch völlig unrealistisch sein, da natürlich jede Bank auch auf Gewinn aus ist. Andererseits ist es finde ich eine sinnvolle Überlegung, wenn man schon bei einer Bank ein Konto hat, eine auszuwählen, bei der man Einfluss darauf nehmen kann, was mit dem Geld passiert.
    Um einen Dialog darüber in Gang zu bringen, Meinungen darüber zu hören und die Idee des "Social Bankings" an sich als Thema einzuführen, habe ich diesen Post geschrieben. Er sollte nicht mit Werbung verwechselt werden.
    Wie gesagt: "Insgesamt ist der Ansatz bewusster Geld zu verleihen und sicher zu gehen, dass damit keine Umweltzerstörung, Hunger oder Kinderarbeit in einer virtuellen Geldwelt finanziert wird, ein sehr guter."

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